BUND Gundelfingen-Breisgau

Gemeinsam zum Klimastreik

Fahrradkorso zur Demo nach Freiburg

Unter dem Motto #AlleFürsKlima haben wir uns am Freitag, den 24. September, mit einem großen Fahrradkorso am Klimastreik in Freiburg beteiligt. Zwei Tage vor der Bundestagwahl haben wir uns gemeinsam mit vielen anderen hinter Fridays for Future und ihren weltweiten Aktionstag gestellt und sind gegen die Erderhitzung und das Artensterben auf die Straße gegangen. Wir brauchen starke Klimaziele, einen Kohleausstieg bis spätestens 2030 und eine Gesellschaft, die moderner und gerechter ist.

Wir waren nicht allein unterwegs, sondern haben uns mit weiteren klimabewussten Gruppen aus Herbolzheim, Waldkirch, Emmendingen, Denzlingen, Vörstetten und Heuweiler auf dem Sonneplatz in Gundelfingen getroffen. Von dort aus sind wir mit Musik und begleitet von der Polizei - zum Teil auf Fahrrädern :)  - zum Fahnenbergplatz nach Freiburg geradelt. Dort startete um 12:00 Uhr ein eindrucksvoller Demonstrationszug durch die Stadt.

Baumpflanzungen an wertvoller Extensivwiese am Waldfriedhof

Bäume pflanzen ist nicht nur toll.

15 neugepflanzte Ahornbäume

In den zurückliegenden Tagen wurden an die 15 Ahornbäume (Hochstämme) mit einer Endwuchshöhe von ca. 20m entlang der Wiese am Waldfriedhof  als Allee angepflanzt. Das wäre eine schöne Aktion gegen den Klimawandel, ist aber schlecht für die Artenvielfalt!

Jetzt denken sicher einige, der BUND schimpft wenn Bäume gefällt werden und er äußert auch dann Kritik, wenn sie gepflanzt werden. Was ist denn nun richtig?

Viele Insekten- aber auch Vogelarten sind auf extensives Grünland bzw. Offenland angewiesen, welches keine Düngung erfährt.  Hier wächst das Gras langsamer und mehr Blühpflanzen können sich in einer solchen Wiese etablieren. Das ist auch bei dieser Wiese geschehen, seit sie in Absprache mit der Gemeinde, seit gut 5 Jahren nur noch zweimal im Jahr gemäht wird. Diese Fläche wurde auch wie die Vorrangfläche für die Wendeschleife als „Schmetterlingswiese“ ausgewiesen. Die Beschattung durch die großen Bäume wird jedoch in den kommenden Jahren, die Sonneneinstrahlung erheblich reduzieren und damit werden viele Arten wieder abwandern.

Der Grund für die Pflanzung ist wohl die Erweiterung des Friedhofes.  Dieser Grund erscheint uns jedoch unklar, da der Friedhof selber noch genug freie Flächen hat. Außerdem hätte im Dialog mit uns auch ein Konzept erarbeitet werden können, wie Artenschutz und Grabstätten der Zukunft Hand in Hand gehen könnten. Es wäre ja evtl. auch eine schöne Vorstellung in einer Schmetterlingswiese begraben zu sein. Endingen  hat das bereits umgesetzt und hat damit Erfolg. Warum sollte ein Friedhof auch immer nur von Schatten geprägt sein?  Warum nicht Wiesen, Schmetterlinge und Büsche?  Wir würden uns wünschen, dass die Hälfte der Bäume in den Ortskern umziehen könnte, wo sie mehr gebraucht werden um als Schattenspender und Klimaregulatoren fungieren zu können.

Der BUND fordert und wünscht mehr Dialog bei der Umgestaltung der Landschaft mit der Gemeinde, gerade auch in Hinblick auf das Biodiversitätskonzept.

 

 

Naturschutzdesaster im Gundelfinger Wald

Baumfällungen zerstören wichtige Lebensräume

Bei Forstarbeiten, vor ein paar Woche, im Gundelfinger Wald sind unter anderem zahlreiche über 100 Jahre alte Buchen gefällt worden, obwohl dies dem Natur- und Artenschutz völlig entgegensteht. Der Wald ist Teil des europäischen Schutzgebietes Natura 2000, die Fällungen verletzen die Erhaltungsziele der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie für das Gebiet Kandelwald, Rosskopf und Zartener Becken. Die Bäume wurden von der Forstverwaltung im Auftrag der Gemeinde Gundelfingen gefällt. Die gefällten Buchen und Kirschen gehörten zum Lebensraum von Schwarz- und Buntspechten, die hier ihre Höhlen in dicke, alte Bäume bauenDie gefällten Altbuchen waren zwischen 80 und 100 Jahre alt, teilweise sogar älter. Gezielt wurden die stärksten Bäume ausgesucht, insgesamt über 200 Festmeter Holz. Erst ab einem Alter von über 80 Jahren haben unsere Waldbäume einen ausreichenden Durchmesser, damit der große Schwarzspecht seine tiefen Höhlen bauen kann.

Der betroffene Waldbereich ist als Kernlebensstätte der Bechsteinfledermaus ausgewiesen. Als Maßnahmen wurden nach der FFH-Richtlinie ein „Nutzungsverzicht im Wald aus Artenschutzgründen“ und die „Erhaltung des aktuellen Anteils an Altholzbeständen“ festgelegt. Da die Bechsteinfledermaus in diesem Gebiet bereits jetzt eine ungünstige Prognose hat, sind diese Maßnahmen bindend. Diese Fledermausart hat hier in Gundelfingen das größte Vorkommen in Europa, so dass diesem Waldstück mit den Altbäumen eine europäisch zentrale Rolle im Artenschutz zukommt.

Letztlich war die Reaktion von Seiten des Forstes her, auf unsere Kritik in der BZ eher ernüchternd. Keine Spur einer selbstkritischen Haltung war zu vernehmen. Die Argumentation, man würde die Eiche fördern,  kann gerade in der Kahlschlagstelle nicht gelten, da dort keine Eiche steht. 

Grundsätzlich ist der BUND nicht gegen Waldarbeiten und Holznutzung, befürwortet in sonstigen Waldgebieten sogar Kahlschläge bis zu 0,3ha. zur Förderung der Artenvielfalt. Lichtkorridore in Wäldern fördern Blühpflanzen und Wildsträucher und damit mehr Insekten- und Vogelarten. Doch in diesem Gebiet ist das für die besonders geschützte Art kontrainduziert.

 

Plakate gegen Baugebiet Nägelesee-Nord

Termin mit der Badischen Zeitung

Badische Zeitung - Protest auf dem Acker

Viele Themen konnten nur angerissen werden, aber als Anwalt für die Systeme der Erde versteht es sich von selbst, dass der BUND hier klar Position ergreifen muss.

Dabei stoßen wir in sehr sensible Bereiche der Politik vor und wir müssen uns gefallen lassen, dass wir als Verhinderer von Wohnraum stark kritisiert werden.

Doch das Problem des bezahlbaren Wohnraumes reicht tiefer als es einfache Antworten, wie die Ausweisung neuer Baugebiete vermuten lassen.

Wir unterstützen die Bürgerinitiative "Lebenswertes Gundelfingen"

 

 

 

So darf es nicht weitergehen

Wir brauchen Klima-Gerechtigkeit weltweit

Verheerendes Hochwasser in Deutschland, brennende Wälder in Südeuropa, Australien, Kalifornien, Kanada oder Sibirien, schmelzende Polkappen und Millionen Klimaflüchtlinge - die Krise wird immer krasser sichtbar.