BUND Gundelfingen-Breisgau

10 Fragen an die Kandidaten

Der BUND will es zu den Gemeinderatswahlen genau wissen

Wer ist für den besten Natur- und Artenschutz?

Politisches Handeln muss zur Bewahrung unserer Lebensgrundlagen im Einklang mit Natur und Klima stehen. Viele unserer derzeitigen Probleme haben mit Gleichgültigkeit, ungezügelten Ansprüchen und überbordendem Verbrauch zu tun, die zur Zerstörung von Natur und Landschaft führen.

Die Parteien, die sich jetzt in Gundelfingen zur Wahl stellen, gehen zum Teil nur unzureichend auf das Thema Natur- und Artenschutz ein. Der BUND Gundelfingen möchte genauer wissen, was sie vorhaben. Im künftigen Gemeinderat entscheiden einzelne Menschen aus unserer Mitte über den richtigen Kurs der nächsten fünf Jahre. Deshalb haben wir alle Kandidaten von CDU, Freie Wähler, Grüne und SPD zu folgenden Themen nach ihrer ganz persönlichen Meinung gefragt:

Finanzen

1. Wie wollen Sie angesichts der prekären Haushaltslage der Gemeinde Gundelfingen sicherstellen, dass es künftig für Pflegemaßnahmen im Natur- und Artenschutz ausreichend Gelder gibt?

Versiegelung von Natur

2. Sind sie für ein weiteres, neues Gewerbegebiet?

Wenn ja:

  • Wie vereinbaren Sie das mit dem seit Jahren formulierten politischen Ziel, den Flächenverbrauch zum Schutz unserer natürlichen und nicht erneuerbaren Lebensgrundlagen auf netto Null zu reduzieren?
  • Wie vereinbaren Sie das mit dem ebenfalls immer wieder proklamierten Ziel einer regionalen Versorgung durch die kleinbäuerliche Landwirtschaft vor Ort?

Verkehr

3. Mit welchen Maßnahmen soll der hier und durch das Baugebiet Nägelesee-Nord entstehende zusätzliche Verkehr bewältigt werden?

  • Soll er über das vorhandene Verkehrsnetz fließen?
  • Sind Sie für den Bau einer Umgehungsstraße – die sogenannte Nordspange - und nehmen damit den Verlust fruchtbarsten Bodens unserer Bauern in Kauf?

Wirtschaft

4. Wie wollen Sie mit der örtlichen Wirtschaft beim Klima- und Naturschutz zusammenarbeiten?

5. Welche Rolle können Ihrer Ansicht nach dabei die Bauern einnehmen?

6. Wie wollen Sie verhindern, dass immer wieder nicht vermehrbare Natur- und Ackerflächen als sogenannte Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen verlorengehen?

Bürgerschaftliches Engagement

7. Wie wollen Sie die Bürgerinnen und Bürger für einen achtsamen Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen sensibilisieren und sie an ihrer Gestaltung teilhaben lassen?

Innerörtliche Gestaltung

Gundelfingen will knapp 1 Million Euro aufwenden, um den Sonneplatz so umzugestalten, dass man sich dort auch bei Hitze aufhalten kann. Vorgesehen sind 800.000 Euro staatliche Fördergelder, etwa 140.000 Euro muss die Gemeinde selbst finanzieren, hinzu kommen jedes Jahr bedeutende Kosten für den Unterhalt, z.B. eines Wasserspiels. Es sollen dort auch Bäume gepflanzt werden, die erwiesenermaßen der beste Garant für ein erträgliches Klima sind. Nun sind in den vergangenen Jahren überall im Ort Bäume abgestorben, die nicht ersetzt wurden, allein auf der Unteren Waldstraße stehen acht tote Bäume.

8.a Werden Sie sich dafür einsetzen, dass zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger nicht nur am Sonneplatz Bäume (nach-)gepflanzt werden?

8.b Wie soll der vorhandene Baumbestand besser erhalten und gepflegt werden?

9. Viele Grünflächen auf Gemeindegrund ließen sich naturnah und insektenfreundlich umgestalten. Die BUND-Ortsgruppe hat dem Gemeinderat hierfür bereits seit längerem ein Konzept vorgelegt. Wollen Sie für eine zügige Umsetzung eintreten?

10. In der Vergangenheit wurde bei Entscheidungen und Maßnahmen der Gemeinde zum Natur- und Klimaschutz die Expertise des BUND und anderer Fachverbände sehr selten angefragt. Haben Sie die Absicht, das zu verändern?

 

Wir freuen uns auf die Antworten und werden hier darüber informieren.

Exkursionstag zu "Gärten der Zukunft" am 11.Mai

Mit Andreas Wiedmaier, André Grabs, Anette Lange und Ariane Bunjes

Am 11.05.2024 ab 10:00 Uhr werden sich einige Gartentore für interessierte Menschen öffnen.  Unter dem Motto „Gärten der Zukunft“ werden Einblicke in Gärten gewährt, welche die Belange der Ökologie ebenso bedienen, wie die der immer trockener und heißer werdenden Sommer.
 

Gartenführung mit Andreas Wiedmaier

Andreas Wiedmaier erklärt Ihnen den Werdegang des Naturgartens. Er erläutert anhand der verschiedenen Bereiche Möglichkeiten mit Extremstandorten umzugehen und natürlich wirkende, schöne und tierfreundliche Pflanzungen standortgerecht anzulegen. Diese Gartenführung findet in einem von ihm angelegten „Kies-Naturgarten“ im Wildtal statt.

Es wird 2 Führungen geben.  Zeit: 10:00 Uhr  und 11:30 Uhr

Max. Teilnehmerzahl pro Führung: 9 Personen.

Die Adresse wird nach Anmeldung bekannt gegeben.

Wir bitten daher für die Gartenführung im Wildtal um Anmeldung bei bund-gundelfingen-breisgau(at)posteo.de

 

Gärten und Schmetterlinge mit André Grabs

Wie können unsere Gärten so gestaltet werden, dass sie für Insekten - insbesondere für Schmetterlinge - ein Zuhause sein können, ohne dass auf Lebensqualität verzichtet werden muss?  Hierzu wird André Grabs eine Exkursion in seinem eigenen Garten beginnen, die aber auch noch zu anderen Vorzeigeprojekten in der nahen Umgebung führen wird. Diese Exkursion wird ca. 2h später am Rebberg enden.

Ein Schwerpunkt werden die Lebensräume für Schmetterlinge darstellen, welche als Indikatoren für eine große Artenvielfalt angesehen werden können!

Das Potential für die Artenvielfalt von Wohneigentümergemeinschaften

"Am See" in Gundelfingen werden Annette Lange und Ariane Bunjes für sie da sein, wenn es um Fragen geht, die das Potential von Wohneigentümergemeinschaften und ihren Anlagen aufzeigen. Es gibt eine kleine Vorzeigefläche, was aus Tiefgaragendächern werden kann, wenn sie nicht nur gemäht werden.

Falter und Fledermäuse

Wie uns die Nacht zum Schwärmen bringt

Vera Leinert, Biologin beim Regierungspräsidium Freiburg und Schmetterlingsexperte André Grabs bringen uns Nachtfalter und Fledermäuse nahe.

Zu viel künstliches Licht schadet

Ausstellung und Vorträge zum „Zauber der Nacht“ im Rathausfoyer

 

Menschen lieben das Licht. Aber ohne die Nacht können wir nicht leben, und zu viel künstliches Licht hat große Schattenseiten. Dies verdeutlichen eine Ausstellung und zwei Expertenvorträge im Gundelfinger Rathausfoyer. Die Berliner Ausstellung „Der Verlust der Nacht“ ist dort bis zum 19. Februar zu sehen ist. Sie zeigt die dringende Notwendigkeit, die Nacht als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schützen und als Erholungsraum für Menschen zu bewahren. Dazu kann eine sachgerechte Lichttechnik und -planung beitragen.

Auch die Expertenvorträge im Rahmen der Gundelfinger Gespräche richten sich an ein breites Publikum. Am Donnerstag, 1. Februar um 20 Uhr, referiert Dr. Annette Krop-Benesch zum Thema: „Schlafstörungen, Übergewicht, Depressionen und Krebs - warum nicht nur der Mensch nachts mehr Dunkelheit braucht“, am Mittwoch, 7. Februar um 20 Uhr, geht es um „Falter und Fledermäuse – warum uns die Nacht zum Schwärmen bringt“ mit Vera Leinert, Biologin beim Regierungspräsidium Freiburg und Schmetterlingsspezialisten André Grabs.

Falsche Beleuchtung Ursache für das Artensterben

Derzeit strahlt unter anderem die auf LED-Technik umgerüstete-Straßenbeleuchtung in vielen Kommunen grell nach allen Seiten, anstatt gezielt Straßen oder Wege zu erhellen. Aber eine unsachgemäße Beleuchtung ist auch an Gebäuden und in privaten Gärten äußerst problematisch und trägt massiv zum Artensterben nicht nur von Insekten, sondern von allen nachtaktiven Tieren bei, die orientierungslos werden oder ihren natürlichen Rhythmus verlieren.

Falsch gelenktes kaltweißes Licht stört Eulen bei der Jagd, Zugvögel kommen von ihrer Route ab, zu viel Helligkeit stört auch Fische. Nicht zu vergessen: Zweidrittel aller Säugetiere sind nachtaktiv und brauchen die Dunkelheit. Auch der Mensch ist auf den Tag-Nacht-Rhythmus angewiesen. Zu viel künstliches Licht schadet auch seiner Gesundheit - mit noch längst nicht absehbaren Folgen.

Die vom BUND Gundelfingen organisierte Ausstellung wurde vom Berliner Leibniz-Institut IGB konzipiert. Die Expertengespräche in der Reihe „Zauber der Nacht“ werden von der Bürgerinitiative Lebenswertes Gundelfingen und der Gundelfinger Bücherstube unterstützt. Der Eintritt zur Ausstellung und den Expertengesprächen ist frei, Spenden sind willkommen.

Vortrag "Zauber der Nacht" von Dr. Sophia Kimmig, Spiegel-Bestseller-Autorin

24.10.2023, 20 Uhr im Kultur- und Vereinshaus Gundelfingen

Sie sind im Schutz der Dunkelheit unterwegs: Nachtschwärmer, Eulen und Fledermäuse. Aber auch Fuchs und Igel sind wie Zweidrittel aller Säugetiere nachtaktiv. Um die oftmals unbekannten Seiten der Nacht gemeinsam zu ergründen, hat der BUND Gundelfingen die Berliner Biologin und Spiegel-Bestseller-Autorin Sophia Kimmig eingeladen. Sie wird am Dienstag, den 24. Oktober, anschaulich machen, warum die Nacht nicht nur für Tiere, sondern auch für Pflanzen und nicht zuletzt uns Menschen ungemein wichtig ist. Zu Tage kommen dabei auch die Schattenseiten des Lichts. 

Die Veranstaltung des BUND findet im Rahmen der „Gundelfinger Gespräche" statt, zu der in lockerer Folge Expertinnen und Experten zu spannenden und wichtigen Themen eingeladen werden. Unterstützt wird sie von der Bürgerinitiative Lebenswertes Gundelfingen und der Gundelfinger Bücherstube. In der Serie „Zauber der Nacht“ sind weitere Veranstaltungen geplant, so im Februar eine Ausstellung im Rathausfoyer.

„Zauber der Nacht“ mit Dr. Sophia Kimmig am 24.Oktober um 20 Uhr im Kultur- und Vereinshaus Gundelfingen, Vörstetter Straße 7. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Wanderausstellung "Blühende Heuwiesen" im Rathausfoyer Gundelfingen 03.-14.11.2023

Eröffnungsvortrag von André Grabs: "Wiesen, Weiden, Schmetterlinge Europas" am 03.11.2023

Vom 03.-14.11.2023  wird die sehr sehenswerte Wanderausstellung "Blühende Heuwiesen" im Rathausfoyer Gundelfingen zu sehen sein.

Eröffnung ist am 03.11.2023 um 19:00 Uhr im Foyer des Rathauses (Alte Bundesstrasse 31). Zur Eröffnung wird unser Vorsitzender und Naturguide André Grabs ab 19:30 Uhr einen Vortrag zu "Wiesen, Weiden, Schmetterlinge Europas" halten. Er wird uns mitnehmen auf eine Reise zu wunderbaren, lebendigen Lebensräumen des Offenlandes in Rumänien, Frankreich, Italien und des Alpenraumes. Die Wiesenökologie aber auch ihre geflügelten Bewohner werden in den Fokus genommen. Untermalt wird sein großes Fachwissen mit wunderschönen Fotos. Seine lebendige und anschauliche Vortragsweise wird keine Langeweile aufkommen lassen. Kommen Sie und überzeugen Sie sich selbst. Es lohnt sich!

Clean-up am Schobbach 07.10.2023

Müll, Müll und wieder Müll

Am Samstag,  07.10.2023, haben wir wieder unser jährliches Clean-up am Schobbach nahe der Grünschnittanlage und dem Hundesportverein durchgeführt. Zu sechst zogen wir bei tollem Wetter und gut gelaunt durch den Bach.

Unsere Hoffnung auf wenig Müll wurde leider nicht erfüllt: Viel Plastik, Styroporteilchen und –teile, Bauschaum bis hin zu einem großen Stück einer Kompostiertonne zogen wir aus dem Bach. So konnten wir dazu beitragen, dass sich der Müll auf seinem Weg zum Meer zu Mikroplastik zersetzt oder auch Tieren zur tödlichen Falle wird. Angesichts der immensen Mengen Plastikmüll, die sich weltweit an Stränden und weit draußen im Meer ansammeln, ist uns sehr bewusst, wie wichtig es ist, schon hier bei uns der Vermüllung der Landschaft entgegenzuwirken. Jede*r von uns kann das ganze Jahr über dazu beitragen: Ein Müllbeutel kann in jeder Tasche mitgeführt und auf Spaziergängen gefüllt werden…

Der Schobbach führte bis auf ein paar tiefere Gumpen leider so wenig Wasser, dass wir kaum nasse Füsse zu fürchten hatten. Darum beseitigten wir – anders als in den Vorjahren – natürlich entstandene Barrieren nicht mehr. Jetzt kann sich auch hier das Wasser stauen und sich neue Wege suchen.

Wir sind gespannt auf nächstes Jahr..!

Klimastreik 2023 und aktiver Artenschutz

Fahrraddemo zum Klimastreik am 15.09.2023 in Freiburg. Unserem Aufruf sind etwa 25-30 Menschen aus Gundelfingen gefolgt. Das freut uns umso mehr, als wir selbst urlaubs- und krankheitsbedingt nur mit einer Person vertreten sein konnten. Die Demo und Kundgebung in Freiburg war mit ca. 8000 Demonstrierenden ein schöner Erfolg. Wir werden auch beim nächsten Mal wieder dazu aufrufen und dann hoffentlich auch selbst wieder zahlreicher teilnehmen können!                                                                                                                    Es ist wichtig, immer wieder deutliche Zeichen an die Politik zu senden und Druck zu machen, dem Klima- und Artenschutz hohe Priorität bei politischen Entscheidungen einzuräumen.

Doch auch der aktive Klima- und Artenschutz bei uns vor Ort ist sehr wichtig. Hier zeigen sich unmittelbare Auswirkungen extemsiver Pflegemaßnahmen auf die Artenvielfalt an Pflanzen und Insekten. Wir sind im Verlauf des Jahres auf verschiedenen Flächen in Gundelfingen aktiv.

Unsere Möglichkeiten Flächen aufzuwerten, erweitern sich ständig. Eine hoffnungsvolle Entwicklung. Doch ohne zusätzlich anpackende Hände sind wir bald am Ende unserer Schaffenskraft angekommen. Wir sind über jede helfende Hand dankbar! Man muss nicht gleich sensen können, um hilfreich zu sein (wer will, kann das aber bei uns lernen). Gesenstes Gras mit dem Rechen zusammenziehen, invasive Pflanzen entfernen, Wurzelschösslinge aus der Wiese schneiden, Artikel schreiben,… es gibt viele Möglichkeiten, sich bei uns sinnvoll einzubringen. Meldet Euch bei uns oder kommt in unsere Sitzung (s. Termine). Wir freuen uns über jede Unterstützung! Je mehr Leute mit anpacken, desto weniger wird die Arbeit und umso größer wird der  Spaß dabei!         

Earth Hour 2023 - Gemeinsam für mehr Klimaschutz

Am Samstag, den 25. März 2023 von 20:30 - 21:30 Uhr, schalten Menschen, Städte und Unternehmen auf der ganzen Welt für 60 Minuten das Licht aus. Das ist die Earth Hour.

Denn gerade nach einem weiteren Jahr mit verheerenden extremen Wetterereignissen, einer Energiekrise und sich ändernden politischen Prioritäten ist die Earth Hour ein wichtiger Moment, um sich für mehr Ambition beim Klimaschutz einzusetzen.                                                                                                                                                                                           Lasst uns zur Earth Hour am 25. März um 20:30 Uhr gemeinsam ein Zeichen setzen, gemeinsam mit dem WWF Deutschland. Für 60 Minuten werden auch in Gundelfingen die Lichter an mehreren Gebäuden ausgeschaltet. Auch einige Läden, deren Lichtschaltung nicht zentral gesteuert wird sowie Haushalte teilnehmender Privatpersonen werden dunkel bleiben. Die Zähringer Burg bleibt bereits seit der Energiekrise unbeleuchtet.

Wir werden uns zur Stunde der Earth Hour auf dem Rathausplatz in Gundelfingen zusammenfinden und die Earth Hour an der Feuerschale mit Musik, Gedanken und Gesprächen gemeinsam verbringen.

Sie sind herzlich eingeladen – auch für eigene Beiträge jeglicher Art!  

Weitere Infos zur Earth Hour, der weltweit größten Aktion für Klima- und Umweltschutz, gibt es auf: www.wwf.de/earth-hour.

Die Earth Hour zeigt, wie viele Menschen gemeinsam auf der ganzen Welt für den Erhalt des Planeten kämpfen. Jede und Jeder kann sich am 25. März um 20.30 Uhr mit dem symbolischen Lichtausschalten in den eigenen vier Wänden beteiligen. Wir vom BUND laden gemeinsam mit dem WWF alle ein, bei der Earth Hour mitzumachen.

Wer bei sich zu Hause mitmachen möchte, kann sich auf www.wwf.de/earth-hour für die Aktion anmelden. Vom WWF erhält man dann Infos und Tipps für die eigene Earth Hour.

Boden retten für die Bauern

Ohne fruchtbare Böden ist die Ernährungssicherheit bedroht - lokal und weltweit

Böden sind eine äußerst wertvolle Ressource für die Menschheit, denn sie liefern unsere Nahrung: 95 Prozent unserer Lebensmittel werden weltweit auf Äckern erzeugt. Dabei sind Böden eine endliche Ressource - einmal versiegelt, sind sie unwiderruflich verloren. Böden lassen sich durch nichts ersetzen, aber wenn sie intakt sind, sichern sie gutes Essen, außerdem sind sie in der Klimakrise wertvolle CO2-Speicher.

Und dennoch werden sie so häufig überhaupt nicht wertgeschätzt. Sie werden bebaut und versiegelt, ausgelaugt und vergiftet. Ein Drittel der Böden weltweit sind bereits geschädigt, halten die Vereinten Nationen (UN) fest. Ihre Fruchtbarkeit hat stark nachgelassen, so dass die Ernährung bedroht ist. „Der Nährstoffverlust im Boden … gilt als eines der kritischsten Probleme auf globaler Ebene für die Ernährungssicherheit und die Nachhaltigkeit rund um den Globus“, warnten die UN zum Weltbodentag am 5. Dezember 2022. (1)

Zwei Milliarden Menschen leiden an verstecktem Hunger

In den letzten 70 Jahren ist als Folge der Gehalt an Vitaminen und Nährstoffen in Lebensmitteln drastisch gesunken, Schätzungen zufolge leiden weltweit zwei Milliarden Menschen an einem Mangel an Mikronährstoffen, der als versteckter Hunger bezeichnet wird, weil er schwer zu erkennen ist, so die UN weiter. Die Verschlechterung der Bodenqualität führt einerseits dazu, dass Böden zu nährstoffarm sind und so ihre Fähigkeit, Pflanzen zu ernähren, verlieren. Andere Böden hingegen weisen eine so hohe Nährstoffkonzentration auf, dass sie eine giftige Umgebung für Pflanzen und Tiere darstellen, die Umwelt verschmutzen und den Klimawandel befördern. Das ist nicht zuletzt eine Folge der Agrochemie.

Diese fatale Entwicklung spielt sich vor dem Hintergrund einer rasant wachsenden Weltbevölkerung ab. Seit den 1960er-Jahren stieg die Zahl der auf der Erde lebenden Menschen von drei auf acht Milliarden, Prognosen zufolge werden es bis 2080 mehr als zehn Milliarden Menschen sein. (2) Die landwirtschaftliche Produktion müsste um 60 Prozent gesteigert werden, um den weltweiten Nahrungsmittelbedarf im Jahr 2050 zu decken, betonen die Vereinten Nationen. Das ist mit immer weniger und immer mehr heruntergewirtschafteten Böden nicht möglich.

Böden sind unsere Lebensgrundlage

Wir hier in Gundelfingen haben sehr gute, fruchtbare Böden. Indem wir sie bebauen und asphaltieren zerstören wir sie, gefährden die Basis für unsere Ernährung, schädigen gleichzeitig das Klima und beschleunigen das Artensterben. Dabei ist es egal, ob energieeffiziente Häuser oder Fahrradschnellwege gebaut werden, die jeweils einen enormen ökologischen Fußabdruck hinterlassen. Unsere Lebensgrundlagen und das Klima lassen sich nicht retten, indem wir Böden zur grundsätzlich verfügbaren Baugrundlage degradieren. Wir können nicht überleben, ohne zu essen. Die Abstriche müssen anderswo gemacht werden.

Angesichts der zunehmend unsicheren Versorgung mit Lebensmitteln weltweit ist dieses Vorgehen überhaupt nicht mehr nachvollziehbar. Der Verlust fruchtbarer Böden in Baden-Württemberg liegt derzeit laut Statistischem Landesamt bei 6,2 Hektar. Pro Tag. Im Jahr 2018 waren es 4,8 Hektar täglich. (3) Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsflächen, inklusive Flächen für Rohstoffabbau liegt mittlerweile bei über 14 Prozent der Landesfläche, das sind weit über 500.000 Hektar. (4) Dabei handelt es sich um Flächen, die in der Regel vorher landwirtschaftlich genutzt wurden.

Bäuerinnen und Bauern wird buchstäblich der Boden unter dem Pflug geraubt. Die auch in der EU immer wieder diskutierte Lebensmittelsicherheit wird bei uns vor Ort mit Füßen getreten, obwohl derzeit gerade auch große Agrarexportländer wie Brasilien massive Ernteertragsprobleme haben - vom Krieg in der agrarwirtschaftlich wichtigen Ukraine ganz abgesehen.

 

(1)  https://www.un.org/en/observances/world-soil-day

(2)  www.welthungerhilfe.de/informieren/themen/gesunde-ernaehrung-sichern/bevoelkerungswachstum-definition-entwicklung

(3)  https://www.statistik-bw.de/BevoelkGebiet/GebietFlaeche/GB-FV-LR.jsp

(4)  https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/boden/boeden-schuetzen

31.1.2023  - Regina Weinrich

 

 

Mitarbeit am Mobilitätskonzept Gundelfingen

Aktiv dabei

Der BUND-Ortsverband Gundelfingen-Breisgau beteiligt sich aktiv an der Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts für die Gemeinde Gundelfingen, nachdem die Verkehrssituation im Ort allgemein für dringend verbesserungsbedürftig erachtet wird.

 

Im Rahmen eines umfassenden und von einem Fachbüro moderierten Bürgerbeteiligungs-prozesses hatte die Gemeinde auf den 9. November 2022 zu einem sog. Experten-Workshop eingeladen, an dem der BUND-Ortsverband Gundelfingen-Breisgau teilnahm. In der Diskussion sollten Schwach- oder Gefahrenstellen für den Fuß- und Radverkehr, den ÖPNV und den Kfz-Verkehr benannt werden und eigene Verbesserungsideen, vielleicht auch innovative und Verkehrsmittel übergreifende Maßnahmen für das künftige Mobilitätskonzept entwickelt werden.

 

Der BUND-Ortsverband Gundelfingen setzt sich ein:

 

für eine Verbesserung des ÖPNV:

  • befürwortet werden eine Taktverdichtung der Busse, eine bessere Koordinierung von Straßenbahn, Zug und Bus sowie ein Ringbus-System (gegenläufig verkehrende Busse) unter Einbeziehung von Wildtal und Heuweiler

 

für eine Verbesserung des Radverkehrs:

  • gefordert werden Radwege bzw. Trennstreifen an allen breiteren innerörtlichen Straßen
  •  Rad- und Fußverkehr soll grds. getrennt werden.
  • Wo der Platz für einen separaten Radweg fehlt, sollen im Zweifel die Radfahrer ausnahmsweise auf die Fahrbahn zusammen mit den Kraftfahrzeugen verwiesen werden. Fußgängern gebührt grds. Vorrang (s.u.).
  • Ein Radschnellweg (rs6) wird grds. befürwortet. Umstritten bleibt West- oder Ostroute.
  • Die Beseitigung der groben Pflasterung in der Ortsmitte war umstritten.
  • Einig waren sich die Teilnehmer bei der Forderung nach mehr Fahrrad-Abstellplätzen; auch soll Platz für Lastenräder und Fahrradanhänger eingeplant werden.

 

für eine Verbesserung des Fußverkehrs:

  • Weitgehend Einigkeit bestand darin, den Fußgängern mehr eigenen Verkehrsraum für die unterschiedlichen Ansprüche zu geben und damit die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Es soll Spaß machen, zu Fuß durch Gundelfingen zu gehen.
  • In der südlichen Alten Bundesstraße soll die rote Einfärbung und Markierung für Fahrräder beseitigt und alle Radfahrer (ausgenommen Kinder) auf die Fahrbahn verwiesen werden, so wie es derzeit per Schild schon empfohlen wird. Bei den eingefärbten Streifen handelt es sich um keinen regulären, verkehrsgerechten Radstreifen; sie entstammen einem früheren, heute überholten Kompromiss. Die Fußgänger sollen sich uneingeengt und ungefährdet zu bewegen.
  • Es sind genügend Querungsmöglichkeiten für Fußgänger in der Ortsmitte zu schaffen.
  • Die Fußwege in der Ortsmitte sind insgesamt zu schmal, vor allem in den bevorzugt von Fußgängern genutzten Straßenzügen (Kirch-, Bahnhof-, Wildtalstraße).
  • Das Konzept „sichere Schulwege“ muss aktualisiert werden.
  • Für die Entschärfung der gefährliche Ecke am „Rößle“ fehlt noch ein Konzept. Vorwiegend sind es aber unvernünftige Radfahrer, die gefährliche Situationen schaffen.

 

für eine sinnvolle Beschränkung des fließenden und ruhenden Kfz-Verkehrs:

  • oberirdische Parkplätze müssen drastisch reduziert werden: nur noch wenige Parkplätze sollen oberirdisch belassen bleiben (für Behinderte, Bedürftige, Kurzparker…).  TG-Stellplätze sind nach Maßgabe der Gemeinde ausreichend vorhanden. Diese sollten aber wirklich auch genutzt werden.
  • Hierzu müssen oberirdische Stellplätze teurer als TG-Stellplätze sein,
  • Überwachung durch Gemeinde-Vollzugsdienst. Ob das neu anzuschaffende teure Verkehrsleit-system wirksam Abhilfe schaffen wird, bleibt abzuwarten.
  • das Entstehen künftiger Verkehrsströme (Neubaugebiet Nägelesee-Nord, Verdichtung im Zentrum), muss mitbedacht werden.

 

Der BUND hält die erarbeiteten Vorschläge für zukunftsfähig und effektiv und sieht sich in den Zielvorstellungen weitgehend im Konsens mit den Fachleuten und den zuvor befragten Bürgerinnen und Bürgern und wird daher die Gemeinde auf ihrem Weg hin zur Umsetzung des Mobilitätskonzepts tatkräftig unterstützen.

 

Nistkastenreinigung 2022

Meisen und Spinnen

Es war bei unseren diesjährigen Nistkastenreinigungen - besonders Dank unserem Ornithologen Mathias Hollerbach und dem begeisterten kleinen K. - mal wieder spannend und interessant, was wir dieses Jahr so alles in den Nistkästen vorgefunden haben:
Neben den üblichen - mal bebrüteten, mal ungenutzten Meisennestern, fanden wir ein trauriges Nest voller toter Jungvögel und eines, in dem eine Kohlmeise in Legestellung auf ihren acht bereits gelegten Eiern sitzend gestorben ist.
In einem Kasten fanden wir ein perfektes und wunderschönes Wespennest, in zwei weiteren Kot, der wahrscheinlich von Fledermäusen stammt.
Zu K.s größter Freude lebten in den meisten Kästen auch unterschiedliche Spinnen, die er behutsam und fasziniert alle auf die Hand nahm - auch die mitunter riesigen Nosferatuspinnen!
Wir fanden diesmal keine Hinweise auf Belegung durch andere Vögel als Meisen.
Die Nistkastenaktionen sind jedes Jahr wieder aufs Neue eine schöne Gelegenheit für Klein und Groß, den Vorgängen in unserer Natur ein Stückchen näher zu kommen und die Augen für bislang unbekannte Dinge zu öffnen.

Fast alle Kästen sind, wie wir schon länger wissen, mittlerweile marode. Die meisten Kästen haben wir inzwischen zur Restaurierung entfernt. Wir werden einen Teil von ihnen eventuell auch an neuer Stelle wieder aufhängen, da uns manche Bäume, an denen sie bislang hingen, uns weniger sinnvoll erscheinen: Hier bietet der Wald ideale Lebensbedingungen für bestimmte Falter, die von uns ebenso geschützt werden sollten. Nistkästen für insektenfressende Vögel wie Meisen dort aufzuhängen, wäre kontraproduktiv.

Clean-up im Schobbach 2022

drei prall gefüllte Säcke voll Müll und eine gigantische Plastikplane

Geschafft! Zu sechst haben wir dieses Jahr wieder drei rappelvolle Säcke Müll (Plastik aller Arten, Aludosen, Flaschen, Verpackungen,...) aus dem Schobbach im Bereich des Hundesportvereins und der Grünschnittanlage gezogen. Der krönende Abschluss der diesjährigen Aktion war fast ein Kampf mit einem gigantischen Sack aus dicker, zäher Plastikplane voller Sand und Steinen. Nass, dreckig und k.o., aber stolz wie Oskar sind alle jetzt - konnten wir doch verhindern, dass all der Müll und dieser riesige, reißfeste Plastiksack im Laufe der Zeit immer weiter getrieben und auf seinem Weg zum Meer wahrscheinlich zur tödlichen Falle für Wassertiere geworden wäre.

Ob achtlos weggeworfen oder vom Winde verweht: Permanent landet Müll in der Natur, wo er nicht hin gehört und Probleme bereitet. Die Sinnhaftigkeit unserer alljährlichen Sammelaktion wurde mal wieder deutlich sichtbar und motiviert zur Wiederholung im nächsten Jahr.

Das Wetter hat erstaunlich gut gehalten und es hat mal wieder Spaß gemacht. Danke an alle, die mitgewirkt und unser clean-up ermöglicht haben!

Gemeinsam zum Klimastreik

Fahrradkorso zur Demo nach Freiburg

Unter dem Motto #AlleFürsKlima haben wir uns am Freitag, den 24. September, mit einem großen Fahrradkorso am Klimastreik in Freiburg beteiligt. Zwei Tage vor der Bundestagwahl haben wir uns gemeinsam mit vielen anderen hinter Fridays for Future und ihren weltweiten Aktionstag gestellt und sind gegen die Erderhitzung und das Artensterben auf die Straße gegangen. Wir brauchen starke Klimaziele, einen Kohleausstieg bis spätestens 2030 und eine Gesellschaft, die moderner und gerechter ist.

Wir waren nicht allein unterwegs, sondern haben uns mit weiteren klimabewussten Gruppen aus Herbolzheim, Waldkirch, Emmendingen, Denzlingen, Vörstetten und Heuweiler auf dem Sonneplatz in Gundelfingen getroffen. Von dort aus sind wir mit Musik und begleitet von der Polizei - zum Teil auf Fahrrädern :)  - zum Fahnenbergplatz nach Freiburg geradelt. Dort startete um 12:00 Uhr ein eindrucksvoller Demonstrationszug durch die Stadt.

Baumpflanzungen an wertvoller Extensivwiese am Waldfriedhof

Bäume pflanzen ist nicht nur toll.

15 neugepflanzte Ahornbäume

In den zurückliegenden Tagen wurden an die 15 Ahornbäume (Hochstämme) mit einer Endwuchshöhe von ca. 20m entlang der Wiese am Waldfriedhof  als Allee angepflanzt. Das wäre eine schöne Aktion gegen den Klimawandel, ist aber schlecht für die Artenvielfalt!

Jetzt denken sicher einige, der BUND schimpft wenn Bäume gefällt werden und er äußert auch dann Kritik, wenn sie gepflanzt werden. Was ist denn nun richtig?

Viele Insekten- aber auch Vogelarten sind auf extensives Grünland bzw. Offenland angewiesen, welches keine Düngung erfährt.  Hier wächst das Gras langsamer und mehr Blühpflanzen können sich in einer solchen Wiese etablieren. Das ist auch bei dieser Wiese geschehen, seit sie in Absprache mit der Gemeinde, seit gut 5 Jahren nur noch zweimal im Jahr gemäht wird. Diese Fläche wurde auch wie die Vorrangfläche für die Wendeschleife als „Schmetterlingswiese“ ausgewiesen. Die Beschattung durch die großen Bäume wird jedoch in den kommenden Jahren, die Sonneneinstrahlung erheblich reduzieren und damit werden viele Arten wieder abwandern.

Der Grund für die Pflanzung ist wohl die Erweiterung des Friedhofes.  Dieser Grund erscheint uns jedoch unklar, da der Friedhof selber noch genug freie Flächen hat. Außerdem hätte im Dialog mit uns auch ein Konzept erarbeitet werden können, wie Artenschutz und Grabstätten der Zukunft Hand in Hand gehen könnten. Es wäre ja evtl. auch eine schöne Vorstellung in einer Schmetterlingswiese begraben zu sein. Endingen  hat das bereits umgesetzt und hat damit Erfolg. Warum sollte ein Friedhof auch immer nur von Schatten geprägt sein?  Warum nicht Wiesen, Schmetterlinge und Büsche?  Wir würden uns wünschen, dass die Hälfte der Bäume in den Ortskern umziehen könnte, wo sie mehr gebraucht werden um als Schattenspender und Klimaregulatoren fungieren zu können.

Der BUND fordert und wünscht mehr Dialog bei der Umgestaltung der Landschaft mit der Gemeinde, gerade auch in Hinblick auf das Biodiversitätskonzept.

 

 

Plakate gegen Baugebiet Nägelesee-Nord

Termin mit der Badischen Zeitung

Badische Zeitung - Protest auf dem Acker

Viele Themen konnten nur angerissen werden, aber als Anwalt für die Systeme der Erde versteht es sich von selbst, dass der BUND hier klar Position ergreifen muss.

Dabei stoßen wir in sehr sensible Bereiche der Politik vor und wir müssen uns gefallen lassen, dass wir als Verhinderer von Wohnraum stark kritisiert werden.

Doch das Problem des bezahlbaren Wohnraumes reicht tiefer als es einfache Antworten, wie die Ausweisung neuer Baugebiete vermuten lassen.

Wir unterstützen die Bürgerinitiative "Lebenswertes Gundelfingen"

 

 

 

So darf es nicht weitergehen

Wir brauchen Klima-Gerechtigkeit weltweit

Verheerendes Hochwasser in Deutschland, brennende Wälder in Südeuropa, Australien, Kalifornien, Kanada oder Sibirien, schmelzende Polkappen und Millionen Klimaflüchtlinge - die Krise wird immer krasser sichtbar.